1930 - 1934


Damals waren viele Musiker arbeitslos und somit war das Musizieren eine Freizeitbeschäftigung. Zu dieser Zeit gab es in Traunkirchen nur wenige Besitzer eines Radios und somit war das Musizieren für die jungen Leute das einzige kostenlose Vergnügen.
Das Jahr 1933 brachte eine große Krise für die Musikgesellschaft, da Kapellmeister Hans Scheichl und sein Bruder Sepp u. Leopold austraten. Die Ursachen mögen sowohl politische als auch persönliche Streiterein gewesen sein. Franz Stummer, der Schlosser in der Saline Ebensee war, übernahm kurz die provisorische Leitung. Ihm gelang es in kürzester Zeit den Musiker der Salinenkapelle Hans Herbst als Kapellmeister zu gewinnen. Mit Hans Herbst hatte man einen guten Griff gemacht und in der Kapelle kehrte wieder Ruhe ein.
Die politischen Auseinandersetzungen im Jahr 1934 wurden immer ärger. Am 12. Februar begann der Februarputsch und somit wieder ein großer Schlag für die Musikgesellschaft. In den Statuten stand der Passus, daß bei Auflösung des Vereines das Vermögen der Sozialdemokratischen Partei zufällt. Aus diesem Grund wurde der Verein aufgelöst. Die Gemeinde verwaltete das Vermögen und die Instrumente. Die politische Situation wurde immer explosiver. In Deutschland waren die Nazionalsozialisten schon seit 1933 an der Macht und in Österreich gab es schon eine illegale N.S Bewegung. Der damalige Bgm. Josef Feichtinger der von 1904 bis 1905 Kapellmeister war, bemühte sich sehr, einen Weg zu finden, die Kapelle wieder als Verein zu führen. In Verhandlungen mit der Bezirkshauptmannschaft und Heimwehr-Bezirksführer Wehler gelang es ihm, daß die Musik wieder als Verein eingetragen wurde. Jedoch mußte der Name auf "Musikgesellschaft Grün-Weiß" abgeändert werden und auf den Uniformkragen das Emblem der Heimwehr, der Stahlhelm, aufgenäht werden. Ein Jahr ruhte damals die musikalische Tätigkeit des Vereines und wurde am 17.04.1935 wieder aufgenommen. Als Obmann wurde Hr. Oberlehrer Josef Heiß von der Behörde eingesetzt.